Elektronenröhren - Spitzentechnik auch für die Rüstungsindustrie
Die Elektronenröhre entstand um 1905 aus einer Weiterentwicklung der Glühlampe. Sie bestand in ihrer einfachsten Form aus einem evakuierten Glaskolben mit Heizfaden und einer oder mehreren herausgeführten Elektroden. Damit war es unter anderem möglich, elektrische Signale zu erzeugen, gleichzurichten und zu verstärken. Ein erster praktischer Einsatz der Röhre erfolgte im ersten Weltkrieg: Dies in Telefonverstärkern, Empfängern und rudimentären Sendern. Die folgenden Jahre standen im Zeichen einer (vor allem in Europa und USA) stürmischen Entwicklung der Röhrentechnik. Dies machte um 1922 die Einführung des Rundfunks - und nachfolgend die rasche Entwicklung der Kommunikationstechnik erst möglich. Mitte der 30er Jahre waren bereits Senderöhren im 100 Kilowatt - Bereich weltweit in Betrieb! Erfolgreiche Versuche mit Röhren für ultrakurze Wellen erschlossen neue Anwendungsbereiche für Rundfunk, Telekommunikation und Radar. Führend in Entwicklung und Produktion von Elektronenröhren waren ab den 40er/50er Jahren in den USA u.a. die Firmen RCA, Sylviania, Eimac, Raytheon, General Electric. In Europa waren dies vor allem Telefunken, Siemens, Philips, Tungsram, Mullard.
Die Schweiz gehörte nicht zu den «Grossen» in der Röhrentechnik. Trotzdem wurden eigenständig - vor allem in Nischengebieten - technisch und (wirtschaftlich) hervorragende Leistungen erbracht.
Elektronenröhren in der Schweiz entwickelt und gebaut
Elektronenröhren in frühen Schweizer Militärfunkstationen
Kleinröhren-Europa - Spezialröhren "Deutsche Wehrmacht" - Rolle der USA
Die Röhrensammlung wurde von Edi Willi, Mitglied der IG Uem aufgebaut und dokumentiert.
Sie umfasst auch eine grössere Anzahl Objekte aus seiner eigenen Sammlung.
Der Autor, Eduard Willi, ist dipl. Masch.-lng. HTL, Jahrgang 1938. Erste Kontakte mit <Radioröhren> gehen in die Jugendzeit zurück. 1958 Erwerb der Amateurfunk-Lizenz (HB9YQ). Militãrdienst bei den Übermittlungstruppen. Ab 1975 Aufbau einer repräsentativen Sammlung technisch und historisch interessanter Elektronenröhren. Besonderes Augenmerk gilt den Produkten und der wechselvollen Geschichte der in diesem Bereich tätigen Schweizer Unternehmen. Das bisherige Fehlen einer umfassenden Dokumentation veranlasste den Verfasser nach seiner Pensionierung zu eigenen Recherchen: In dreijähriger Arbeit ist das vorliegende Buch entstanden.