1858 bestand die "Verwaltung des Materiellen" im Militärde-partement aus lediglich zwei Personen.
Die meisten Rüstungsgüter, die vor und während des 2. Weltkrieges beschafft wurden, konnten in der Schweiz hergestellt werden, wenn auch vielfach aufgrund von im Ausland erworbenen Lizenzen. Dennoch war die schweizerische Rüstungsindustrie zu Beginn des 2. Weltkriegs von schweren Mängeln geprägt.
1954 erschien die erste Verfügung des Militärdepartements betreffend der Entwicklung und Beschaffung von Kriegsmaterial. 1968 wurde die Kriegstechnische Abteilung (KTA) zur Gruppe für Rüstungsdienste (GRD) erweitert.
Die Einsicht, dass Eigenentwicklungen der zunehmend kom-plexeren Waffensysteme die Möglichkeiten des schweizerischen Rüstungsapparats überstieg, setzte sich bei der Flugwaffe (Luftwaffe) schon in den 1950er Jahren durch, bei der Panzerwaffe (Mechanisierte und Leichte Truppen) erfolgte sie Ende der 1970er Jahre.
1973-82 entfielen noch 53 % der schweiz. Rüstungsausgaben auf Privatunternehmen im Inland, 34 % auf Firmen im Ausland und 13 % auf eidgenössische Rüstungsbetriebe.
Der Zusammenbruch der Sowjetunion um 1990 veränderte die Bedrohungslage. Mit der Realisierung der Armee 95 schrumpfte die Nachfrage nach Kriegsmaterial. Das Industriepotenzial des EMD (seit 1998 VBS) musste redimensioniert werden.
Beispiel Siemens Albis AG, Zürich
3 Planschränke mit technischen Konstruktionszeichnungen für militärische Kommunikationsmittel aus dem Zeitraum 1960-1980 der Siemens Albis AG, Zürich.
Am 6. Juli 1922 erwirbt die Firma Siemens & Halske aus Berlin das gesamte Aktienkapital der Protos-Telephonwerke AG in Zürich-Albisrieden. Der neue Name lautet seit 1924 "Tele-phonwerke Albisrieden AG". Mit dieser Übernahme kam Sie-mens einer zentralen Vorgabe der Schweizer Behörden nach einer Produktionsstätte in der Schweiz entgegen. Dadurch konnten einerseits Arbeitsplätze geschaffen, andererseits konnten wichtige Rüstungsgüter für die Armee im Inland ge-fertigt werden. Der damit verbundene Kow-how-Transfer war erwünscht: Neben der Fernmeldetechnik war das Unternehmen künftig in der militärischen Nachrichtentechnik aktiv. Beschäftigt werden, zwei Jahre nach der Übernahme, bereits 150 Personen. Die heutige Siemens Schweiz AG beschäftigt an verschiedenen Standorten über 4'000 Personen.