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Reduitsender Hirzenboden

Im zweiten Weltkrieg ist die Reduit-Strategie entstanden. Im Alpenraum sollten wichtige militärische und zivile Einrichtungen an Ausweichstandorten weiter funktionieren. Dazu gehörten auch Einrichtungen zur Verbreitung von Nachrichten über Radio. Neben den Mittelwellensendern (Beromünster, Sottens, Monte Ceneri) war auch der Kurzwellensender Schwarzenburg (Bern/Fribourg) vorhanden, der dank Kurzwellen eine weltweite Abdeckung hatte. Diese Sender standen praktisch alle Mittelland.
So wurden im Alpenraum mehrere Standorte für sog. Reduitsender festgelegt, unter anderen auch auf dem Hirzenboden, auf rund 1‘300 m.ü.M., oberhalb Schattdorf/Uri ein Kurzwellensender als Ersatz für Schwarzenburg. Die Idee war, dass beim Ausfall aller Drahtverbindungen noch eine Verbindung nach New York bestand, denn von dort konnte während des Krieges noch weltweit telefoniert werden. Eine Rhombus-Antenne war Richtung Westen ausgerichtet.
Der Sender Type SO 10/10 k wurde von Brown Boveri entwickelt und produziert. Maximale Leistung war 20 kW. Es standen die Betriebsarten A1 (CW), A2 (Morsen tönend) und A3 (Telefonie) im Bereich von 10 bis 100m Wellenlänge zur Verfügung.
Für die Besprechung des Senders war ein Studio in Silenen vorgesehen.
Bis 1990 war die ganze Anlage betriebsbereit, anschliessend abgebaut und gottlob nicht verschrottet, sondern irgendwo eingelagert.

wsc Reduitsender Hirzenboden

Der 1944 auf der Kleinen Scheidegg installierte
20 kW-Sender
S-500 "EMIL" der Fliegertruppe
gehörte zu derselben BBC-Baureihe

S-500/E-603
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