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Richtstrahlstation [R-902]

Die R-902 wurde ab 1970 eingeführt. Um sie eindeutig von den längst etablierten Grossrichtstrahlstationen (RB) abzuheben, wurde sie konsequent «Kleinrichtstrahlstation» genannt. Sie erfreute sich bei der Truppe sofort grosser Beliebtheit - was man vom mitgelieferten Mehrkanalgerät MK-5/4 nicht sagen kann. Es war umständlich zu bedienen und nicht besonders feldtauglich. Hauptnachteil dieser anfänglichen Konfiguration war jedoch ein viel grösserer: Die Richtstrahlstrecken waren nicht chiffriert. Erst mehr als ein Jahrzehnt später wurde das Gerät digitalisiert. MK-7 und CZ-1 lösten das MK-5/4 ab und sorgten für die Verschlüsselung und eine viel bessere Nutzung der Verbindung.

MK-5/4

mbi

Richtstrahlstation R-902 V0


Richtstrahlverbindungen sind drahtlose Telefonleitungen. Solche Verbindungen wurden bereits in den 1950er Jahren eingesetzt. Richtstrahlverbindungen sind ein sehr effizientes Mittel, Telefonverbindungen über grosse Distanzen und in relativ kurzer Zeit aufzubauen und zu betreiben. Ein Hauptnachteil dieses System war, dass die Verbindungen nicht chiffriert waren, die Gespräche und Fernschreiben konnten also abgehört werden. Dieser Nachteil konnte erst 10 Jahre später behoben werden.

Ab 1970 hat die Armee rund 1‘000 Systeme beschafft und den Telegrafen- und Richtstrahlkompanien der silbergrauen Übermittlungstruppen zugeteilt. Diese Kompanien setzten die R-902 für die Verbindungen zwischen den grossen Verbänden ein, das sind Armeekorps, Divisionen und Brigaden.

Auf einer Richtstrahl-Strecke konnten über 40 Kanäle Telefongespräche und Fernschreiben übermittelt werden.

Mit relativ wenig Sendeleistung konnten Distanzen bis 50 km überbrückt werden, freie Sicht vorausgesetzt.

Das System hat sich im Einsatz sehr bewährt und wurde erst 2001 durch den Nachfolger R-905 abgelöst.




Weitere Quellen:

Geräteseite R-902

Bäschlin, Richtstrahl bei den Übermittlungstruppen

Egger, Das Integrierte Militärische Fernmeldesystem IMFS

Einsatz

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