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1999 Einsatz (Seite Kompaktus)

1999 Einsatz

Stelentext

[151] Nach Auflösung des Warschauer Pakts wird die Armee 1995 der veränderten Lage angepasst. Die vierzehn Grenz- und Reduitbrigaden werden aufgelöst. In den fünf neu gebildeten Panzerbrigaden werden die Übermittlungskompanien in die Stabsbataillone eingegliedert.

Die neue Doktrin der „dynamischen Raumverteidigung“ erfordert eine erhöhte Mobilität und eine raschere Anpassung der Kommunikationsinfrastruktur an neue Dispositive.

Das Integrierte militärische Fernmeldesystem (IMFS) ermöglicht Stäben und Truppen den raschen und geographisch flexiblen Aufbau von Sprech- und Schreibverbindungen.

Im Bereich der EKF werden 1999 modernste elektronische Aufklärungssysteme (EA) beschafft. Diese können über hundert Funknetze gleichzeitig aufklären, werden aber als Folge der rasanten Entwicklung in diesem Bereich bereits 2009 wieder abgelöst.

Die Stelen beschreiben Einsatz und Truppen zur Uebermittlung von der Truppenordnung 1911 bis zur Armeeorganisation von 1995. Texte (Kapitel) bei und an den Podesten fokussieren auf die (bereits) in grossem Umfang eingesetzten Geräte.

1999 ist die Armee gemäss Armeeorganisation 1995 im Umbruch. Mit der Digitalisierung und damit der vollständigen Chiffrierung wird der Einsatz der Verbände auch bei elektronischer Aufklärung sicherer.

Richtstrahl 3

Kapiteltext

[153] Die Kanalchiffrierung sichert den Richtstrahl

Richtstrahlverbindungen sind Funkverbindungen. Die durch die Bündelung der Parabolantenne erschwerte Aufklärung lässt Schutzmassnahmen wie eine geschickte Standortwahl zunächst als genügend erscheinen. Auch gibt es 1967 für die analoge Trägerfrequenzmodulation bei mobilen Geräten kein wirtschaftliches Verschlüsselungsverfahren. Die Anzahl gefährdeter Kanäle steigt jedoch von 4 (TLD, 1946) auf 60 (R-915, 1990).

Das Richtstrahlnetzes der Armee wird 1969 auf Sprachverschlüsselung umgerüstet, beim Kleinrichtstrahl wird mit der Digitalisierung 1985 das Bündelschlüsselungsgerät CZ-1 eingesetzt.

Der Schutz der Fernschreibverbindungen, welche den Befehls- und Meldefluss sicherstellen , wird bereits 1953 durch die Ende-zu-Ende-Chiffierung der einzelnen Kanäle durch TC-53 und TC-61 sichergestellt.

Chiffrieren 4

Kapiteltext

[154] Digitale Chiffrierung des Sprechfunks

Die wesentliche Schwäche des Sprechfunks ist bis 1986 die fehlende automatische Verschlüsselung der Sprache. Der von den Kommandanten zur verwendende Gefechtscode erschwert oder verunmöglicht codierte Funkgespräche - trotz jährlichen Führungsfunkkursen.

Mit der digitalen Datenübertragung wird 1971 eine Sprachchiffrierung möglich (Crypto, Zug). Der Sprachverschlüsselungszusatz SVZ-B chiffriert, indem der Sender das digitalisierte Klarsignal modulo 2 mit dem vom Schlüsselgenerator erzeugten pseudozufälligen Schlüsselsignal mischt. Empfangsseitig geschieht der umgekehrte Prozess. Entscheidend ist: Die beidseitigen Schlüsselgeneratoren müssen das identische Schlüsselsignal erzeugen und zeitsynchron laufen.

Nach 20 Jahren werden die mit SE-227/412 betriebenen Sprechfunknetze nachgerüstet.

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