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1999 Technik (Seite Fenster)

1999 Technik

Stelentext

[152] Das Integrierte militärische Fernmeldesystem (IMFS) ersetzt ab 1995 die bisher hierarchisch aufgebauten Draht-/Richtstrahlnetze durch ein ahierarchisches System
​​​​​​​mit automatischer Vermittlung und Umwegsuche für Sprech- und Schreibverbindungen.

Nach erfolgreicher Erprobung werden ab 1995 insgesamt 368 Vermittler, 450 Richtstrahlgeräte, 400 Bündelchiffriergeräte, über 6‘000 digitale Teilnehmerstationen und 340 Faxgeräte beschafft.

Ab 1996 wird die Erneuerung des taktischen Sprechfunks mit chiffrierten Frequenzhüpfergeräten SE-235/435 eingeleitet. Diese können über Radio Access Points (RAP) auch ins IMFS integriert werden. Für Kommandoposten werden dazu ab 2002 noch 36 spezielle RAP-Panzer beschafft.

Personal Computer in den Stäben ersetzten ab 1995 Fernschreiber und Textverarbeitungssystem 86. Bei den Funkstationen SE-430 ersetzt ein Telematikset den Fernschreiber. Texte werden nicht mehr ab einem Lochstreifen ein gelesen sondern ab Tastatur oder Diskette eingegeben.

Die Stelen beschreiben die Uebermittlungs- und Gerätetechnik zwischen 1911 und 2003. Die Nutzung des Materials erfolgt zumeist über mehrere Perioden hinweg. Texte (Kapitel) bei und an den Podesten fokussieren auf die (zunächst) noch in geringem Umfang eingesetzten Geräte. Von Mitte 1998 bis Mitte 2000 wird das (vollständig digitale) Integrierte militärische Fernmeldesystem IMFS eingeführt. Miliztauglichkeit, Zuverlässigkeit und Instandhaltbarkeit sind sind nach wie vor entscheidend.

Digitalisierung

Kapiteltext

[155] Der Knotenrechner vermittelt Sprache und Text

Handvermittelte hierarchische Telefonnetze, Punkt-Punkt-Fernschreibverbindungen, Zivil- und Truppenleitungen werden durch das integrierte militärische Fernmeldesystem IMFS abgelöst.

Die Kommandoposten werden über chiffrierte Richtstrahlstrecken und Knotenrechner verbunden. Telefone und Faksimilegeräte werden automatisch vermittelt. 1993 wird das IMFS (mit einem Pilotsystem) von den 4 Armeekorps erprobt. Auch das anspruchsvolle Netz-Management ist miliztauglich.

1998 erfolgt die Einführung: Bündelchiffrierung und Fernsteuerung der Richtstrahlgeräte werden im BSG 93 zusammengefasst. Das R-915 wird durch das kostengünstigere R-916 abgelöst. Die Station SE-235 integriert das "Funktelefon" über Radio Access Points (RAP). Weitere Entwicklungsschritte folgen. Das System ist auch 2017 noch im Einsatz.

Zuverlässigkeit

Kapiteltext

[156] Die Zuverlässigkeit der Technik wird entscheidend

Die Elektromechanik prägt die Entwicklung von Telegraf und Telefon. Die 1906 patentierte quecksilberdampfgefüllte Verstärkerröhre markiert den Anfang der Elektronik. Funktion, Gewicht und Zuverlässigkeit bei Schock, Vibration und Temperaturschwankungen bestimmen die militärische Entwicklung, die 1948 über den Transistor 1971 zum Mikroprozessor führt.

Für Funkgeräte kommt der Zuverlässigkeit und Reparatur rasch ausschlaggebende Bedeutung zu. 1944 wird die Funkertruppe reorganisiert, 1947 wird in jedem Armeekorps eine Übermittlungsparkkompanie für den Reparaturdienst gebildet, 1951 werden die Übermittlungsgerätemechaniker Teil jeder Übermittlungseinheit.

Das Wissen und Können der Ehemaligen, Testgeräte und Ersatzteile sind auch heute Grundlage der Materialerhaltung von Stiftung und Verein.

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