Stelentext 1919 Technik
[115] Das ausgebaute eidgenössische Telegraphennetz ermöglicht die reibungslose Mobilmachung.
Am 25. September 1914 verfügt die Armeeleitung über ein militärisches Verbindungsnetz mit Kurbeltelefonen und Morseschreibern. Diese genügt ersten Bedürfnissen. Bis 1918 baut die Telegraphentruppe 1‘400 km Drahtlinien mit 3500 Stangen. Handvermittelte Telefonzentralen beschleunigen den Siegeszug des Telefons.
Die drahtlose Übermittlung erfolgt zunächst einzig mit Signalgeräten mit elektrischen Lampen und Kurbelgeneratoren. Ab 1922 werden 900 Geräte mit höherer Reichweite von bis zu neun Kilometern bei Tag und zwanzig Kilometern bei Nacht beschafft.
1916 gelangen die ersten vier Löschfunkenstationen F(ahrbar) S(chwer) 14/16 mit einer Reichweite von 100-200 km zur Auslieferung. Auch hier kommt die Morsetelegraphie mit "tönenden Funken" zur Anwendung.
Die Stelen beschreiben die Uebermittlungs- und Gerätetechnik zwischen 1911 und 2003. Die Nutzung des Materials erfolgt zumeist über mehrere Perioden hinweg. Texte (Kapitel) bei und an den Podesten fokussieren auf die (zunächst) noch in geringem Umfang eingesetzten Geräte. Um 1919 erlaubt die „Funkentechnik“ erstmals Verbindungen über grössere Distanz als das Signalisieren. Von den Telegrafisten erfordert sie, morse (funken), codieren und decodieren der Meldungen.
Kapiteltext
[116] Die Elektronenröhre bringt den Durchbruch
1916 gelangen die ersten 4 Löschfunkenstationen F.S. der Gesellschaft für drahtlose Telegrafie mit einer Reichweite von 100-200 km und ca. 3000 kg Gewicht zur Auslieferung, 1918 folgen 24 Stationen T.S. 18/25 mit Röhrensender, 12 km Reichweite und 12 Traglasten von 28 kg Gewicht. Die 1920 gelieferten ca. 24 Funkstationen F.L. 19/25 mit nur noch 14.5 kg Gewicht werden ab 1924 auf Röhrensender umgerüstet.
Der Siegeszug der Elektronenröhre hat begonnen. Die Begeisterung für die neue Technik und das Fehlen von Berufstelegrafisten führt 1927 zur Gründung des Eidgenössischen MIlitärfunkerverbandes.
1923 gelingt die transatlantische Verbindung über Kurzwelle. Erst deren Eignung für den Nahverkehr führt 1934 zur ersten Massenbeschaffung von 678 Stationen SE-210 (TL), die bis in die 50-er Jahre im Einsatz bleiben.