commdoc.ch

1943 Technik (Seite Fenster)

1943 Technik

Stelentext

[122] Nach der Mobilmachung 1939 erfolgt der rasche Ausbau des zivilen Telefonnetzes. Die Armee übernimmt von den eidgenössischen Post-, Telefon- und Telegrafenbetrieben PTT eine grosse Zahl von Telefonen und Telefonzentralen. Damit können die grösseren Verbände ihre eigenes Telefonnetze aufbauen und betreiben.

Für die Funkübermittlung von Nachrichten stehen verschiedene Grossfunkstationen zur Verfügung. Neben der Morsetelegraphie werden neu entwickelte Hellschreiber (Funktelegraphen) eingesetzt. Zur Chiffrierung der Texte wird die Chiffriermaschine ENIGMA, später die NEMA verwendet.

Um 1943 bewähren sich die ersten Sprechfunkgeräte aus Schweizer Produktion im aktiven Dienst. Ab 1946 kommen aus amerikanischer Produktion (Surplus) quarzgesteuerte Geräte zum Einsatz. Zur Geheimhaltung werden weiterhin Verschleierungslisten und der verbesserte Gefechtscode verwendet.

Die Stelen beschreiben die Uebermittlungs- und Gerätetechnik zwischen 1911 und 2003. Die Nutzung des Materials erfolgt zumeist über mehrere Perioden hinweg. Texte (Kapitel) bei und an den Podesten fokussieren auf die (zunächst) noch in geringem Umfang eingesetzten Geräte. Um 1943 ist Morsefunken - wo nötig mit Offline chiffrierung - etabliert, fernschreiben über Funk wird möglich, der Know-How-Aufbau im Sprechfunk ist erfolgt. Nach dem „Abhorchdienst“ beginnt mit dem Peilen die elektronische Kriegführung.

Kdo Funk 1

[126] Morsetaste und Kopfhörer begrenzen die Leistung

Morsetaste (senderseitig) und Kopfhörer (empfängerseitig) prägen seit 1908 das Morsefunken.

1937 wird der umwälzende Hellschreiber mit der SE-303 eingeführt. Die "Digitalisierung" eines Buchstabens (ab Lochstreifen) in eine Matrix von 7x7 Punkten, die Übermittlung per Funk und die Ausgabe über einen neuartigen "fehlertoleranten" Schreiber erweist sich 1944 jedoch als „nicht miliztauglich“ Er ist bei der deutschen Wehrmacht erfolgreich im Einsatz....

Für den Morseunterricht eingesetzte Signalgeber von Moser-Baer sind die Basis für den „Ersatz“, eine Schnelltelegrafie-Anlage, die die Übertragungsleistung einer Funkverbindung erheblich erhöht - allerdings können 1947 nur wenige Funker der damit ausgerüsteten Stationen die produzierten Streifen zeitgerecht lesen, d.h. in Text verwandeln..

Peilen

[127] Peiler - die elektronischen Kriegführung beginnt

Spezialempfänger und -antennen ermöglichen die Standortbestimmung von Kommandoposten und Artilleriestellungen aufgrund der Emissionen ihrer Funkstationen - das Peilen. Der Erfolg ist abhängig vom Standort der zumindest 2 Peiler, vom Zwischengelände und von den verwendeten Frequenzen.

1935 wird der Nahfeldpeiler P 57 N (P-701) zur Peilung illegaler Sender auf Kurzwelle von 3-20 MHz beschafft. 1939 exisiert aber kein Konzept für die Überwachung fremder Funknetze. Eine Detachement von Profis der Radio Schweiz AG, verstärkt mit Kurzwellen Amateurfunkern wird mit 26 Langwellen Peilanlagen P-700 ausgerüstet - und verzeichnet beachtliche Erfolge. 1943 verfügt die Armee zudem über 4 mobile Peiler P-708 m "zur Fremdpeilung von Flugzeugen".

Peilen ist auch im elektronischen Aufklärungssystem 90 zentral.

Share by: