Stelentext
[121] Die 1938 in Kraft tretende Armeeorganisation verändert Armee und Einsatzdoktrin erheblich. Die Telegraphentruppen werden neu gegliedert und weitgehend ausgerüstet. Die 28 teilweise motorisierten Kompanien sind je einer Heereseinheit unterstellt.
Die einzige Funkerabteilung mit sechs Kompanien ist zu Beginn des Aktivdienstes nicht in der Lage,
die geforderten Verbindungen zu gewährleisten. Erst neue Materialbeschaffungen und die Reorganisation im Jahre 1944 mit weiteren siebzehn Kompanien für Armeekorps und Heereseinheiten schaffen Verbesserung.
Im August 1939 wird mit dem Aufbau eines Abhorchdienstes zur Aufklärung ausländischer Rundfunk- und Agentensender begonnen. Dazu wird mit Berufspersonal von Radio Schweiz, den besten Miliz- Telegraphisten und dienstpflichtigen Kurzwellenamateuren die Funkerkompanie 7 gebildet und direkt dem Armeekommando unterstellt.
Die Stelen beschreiben
Einsatz und
Truppen zur Uebermittlung von der Truppenordnung 1911 bis zur Armeeorganisation von 1995. Texte (Kapitel) bei und an den Podesten fokussieren auf die (bereits)
in grosser Zahl eingesetzten Geräte.
1943 basiert auf den Änderungen der Truppenordnung ab 1933:
Handvermittelt
telefonieren und (Streifen) fernschreiben - wo nötig offline chiffriert - trägt die Hauptlast der Kommunikation. Sprechfunken ist bei Infanterie und Artillerie etabliert.
Kapiteltext
[125] Die Miniaturisierung fördert den Sprechfunk
1937 wird das von der Apparate- und Maschinenfabriken Uster entwickelte KW-Funkgerät K für Telefonie und Telegrafie erfolgreich erprobt, beschafft und 931 Geräte K1 und K1A der Artillerie zugeteilt. Ab 1938 folgen 918 Patrouillengeräte P und P5 für die Infanterie, neu mit nur 5 Röhren (K1A mit 8) und 12 kg Gewicht.
Differenzen im EMD verhindern die Beschaffung eines Einheits-Funkgerätes auf Basis des AF105 der Autophon . 1945 führen Vertreter des US Signal Corps quarzgesteuerte Sprechfunkgeräte vor und überzeugen durch Preis und Leistung.
1946 werden aus US-Surplus-Beständen das 'Handie-Talkie' FOX (5'777, Lizenzbau 12'000) und die Funkstation FIX (267) gekauft, das 'Walkie-Talkie" LUX (1'500) wird von der Zellweger AG nachentwickelt und führt infolge Verzugs zusätzlich zum Kauf des REX (1510).
Kapiteltext
[123] Gespräche werden bis 1998 von Hand vermittelt
1910 verfügt die Artillerie über den ersten Vermittler. Im Aktivdienst werden Klappenschränke der Telegraphenverwaltung requiriert, 1918 Zentralen beschafft.
Die Pionierzentrale 37 (10 Teilnehmer) wird, nachdem einige höhere Stäbe fast ununterbrochen Dienst leisten, ab 1943 ersetzt. Mit der TZ 43 (15-45 Teilnehmer) können bis zu 12 Gespräche mit Schnurpaaren vermittelt werden.
Die Zentrale H-54 (150 Teilnehmer) erhöht die Kapazität für die Armeekorpsstäbe, aber erst die modulare, leichtere Telefonzentrale 64 (30-90 Teilnehmer) löst die TZ 43 der Heereseinheiten ab. In den Netzen der Infanterie und Artillerie bewährt sich die kleinere Pionierzentrale 37. Der mit der Feldtelefonzentrale 57 eingeführte Koordinatenwähler ersetzt die Schnurpaare. Die Handvermittlung wird erst 1998 aufgegeben.
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Kapiteltext
[124] Die Enigma ist die Chiffriermaschine
Die 1918 patentierte Chiffriermaschine Enigma "nach dem Rotorprinzip mit Glühlampenanzeige" erzeugt Chiffrate von hoher kryptologischer Sicherheit auf nach der "seit Cäsar" bekannten "polyalphabetische Substitution" (Rotoren). Die Bedienung ist so einfach wie die einer Schreibmaschine.
1938 werden die ersten von 265 Chiffriermaschinen Enigma (griechisch "Rätsel") geliefert, neu verdrahtet und später mit einem zweiten Lampenfeld nachgerüstet, was die "quasi Echtzeit" Nutzung Chiffreur-Funker-Funker-Chiffreur ermöglicht.
Die verzögerte Auslieferung weiterer 180 Maschinen nach 1942 führt 1943 zur Konstruktion und Beschaffung von 640 stark verbesserten "neuen Maschinen" NEMA durch die Apparate- und Maschinenfabriken Uster. Die Enigma wird 1958 Kriegsreserve, die NEMA bis 1979 weiter verwendet.