commdoc.ch

1955 Einsatz (Seite Kompaktus)

1955 Einsatz

Stelentext

[131] Die Armeeführung erkennt die Bedeutung der Übermittlung als „Waffe der Führung“. 1951 werden die Übermittlungstruppen von den Genietruppen (Bau- und Zerstörungstruppen) losgelöst und zur eigenen Truppengattung. Der Waffenchef koordiniert auch die Übermittlungsdienste der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen, der Infanterie, der Artillerie und der Leichten Truppen.
Telegraphen- und Funkerabteilungen der Armee bilden 1957 das Uebermittlungsregiment 1. Die Uebermittlungskompanie 71 übernimmt das neu geschaffene Richtstrahlnetz der Armee.
Telegraphen- und Funkerkompanien der Armee und der Armeekorps werden in Abteilungen zusammengefasst. Die Grenz-, Festungs- und Reduitbrigaden erhalten eigene Übermittlungskompanien. Der Chef des Übermittlungsdienstes übernimmt anstelle des Telegraphenchefs der Division die Einsatzplanung

Die Stelen beschreiben Einsatz und Truppen zur Uebermittlung von der Truppenordnung 1911 bis zur Armeeorganisation von 1995. Texte (Kapitel) bei und an den Podesten fokussieren auf die (bereits) in grosser Zahl eingesetzten Geräte.

1955 basiert auf den Truppenordnungen von 1947 und 1951: (Funk) fernschreiben schafft online chiffriert den Durchbruch (Kommandofunk), sprechfunken (Führungsfunk) der Uebermittlungsdienste ist unverzichtbar und die Folgen der Zerstörung der TT-Infrastruktur werden mit dem UKR Netz für die oberste Führung reduziert.

Sprechfunk 2

Kapiteltext

[135] Funk unterstützt Mechanisierung und Mobilität

1949 beginnt mit den VHF-Geräten "der Führungsfunk", der Sprechfunk zwischen den Kommandanten eines Verbandes - mit geländebedingten Relaisstationen.

Die Entwicklung LUX verzögert sich. Der Ersatz des P und P5 erfolgt durch "Militarisierung" eines zivilen Gerätes der Autophon (2650 Geräte). 1953 erhält Autophon den Zuschlag (gegen Zellweger) für eine neue Generation von VHF-Funkgeräten mit mehreren voreinstellbaren Kanälen, die robust, von der Truppe bedienbar und einfach reparierbar sein müssen.

1955 werden 2 überzeugende Protoypen der "tragbaren" SE-206 vorgestellt. Von der "fahrbaren" SE-407 existiert bereits eine Vorserie. Es werden 9'500 Geräte SE-206 bis SE-209 (für alle Truppen) bzw. 1274 Geräte SE-407 (Mechanisierte Truppen), SE-410 (FF-Truppen) und SE-411 (Artillerie) geliefert.

Kdo Funk 2

[134] ETK-R und KFF prägen den Kommandofunk

Dr. Gretener entwickelt 1947 den Einton-Kombinationsschreiber ETK, der einen Buchstaben aus 14 Elementen kombiniert, die direkt mit einem 14er-Code übermittelt werden können. Er löst nicht nur den Stg 34 ab, der ETK-R ermöglicht den Fernschreibbetrieb über Funk..

Der Kombinationsschreiber ist auch Teil der 1955 von Zellweger präsentierten Kommando Funkstation SE-222 mit dem Echtzeit-Verschlüsselungsgerät TC-53. Die Auslieferung beginnt schon 1958. Der KFF prägt den "Kommandofunk" bis in die 90-er Jahre.

Damit verliert der Morsebetrieb in den Kommandonetzen endgültig seine Bedeutung. Schon 1952 wird der Morsefunk bei Infanterie und Artillerie eingestellt. Mit der Aufhebung der Notfunknetze der Armeekorps 1973 bleibt die Morseausbildung des Spezialisten der elektronischen Aufklärung vorbehalten.

Richtstrahl (Grossrichtstrahl)

[133] Der Richtstrahl ersetzt das Fernkabel

Richtfunkverbindungen übertragen mehrere Telefon- und Fernschreibkanäle über grosse Distanz. 1947 errichten die PTT zwischen Zürich und Genf die erste Verbindung, es entsteht das Konzept eines militärischen landesweiten Ultrakurzwellen-Richtstrahlnetzes.

Ab 1955 wird das Richtstrahlnetz der Armee von auf Höhenstationen unter Fels liegenden RB-Systemen aufgebaut. Knapp 60 von der zivilen Infrastruktur unabhängige Anschlussstellen ermöglichen Telefon- und Fernschreibverbindungen zu den Armeekorps. Die Einsatzerfahrungen zwingen 1981 zur Konzentration der manuellen Vermittlung auf 5 Knotenanlagen.

1992 wird das System mit der R-915, dem Mehrkanalgerät MK-7 und Chiffriergeräten auf Digitaltechnik umgerüstet. Erst 1995 wird die Vermittlung mit dem Material des IMFS-Pilotnetzes automatisiert.

Share by: