Stelentext
[141] Die Doktrin „Abwehr“ ist Grundlage für die Armeegliederung ab 1961 und bestimmt Ausbildung und Einsatz der nunmehr 93 Kompanien der Übermittlungstruppen.
Chiffrierung, Verschlüsselung und Kodierung schützen die eigene Kommunikation. Die gegnerische Funkaufklärung sucht aber auch Standorte und Strukturen der Funknetze zu erkennen. Seit 1962 überwachen deshalb Züge der Funkpolizei die Einhaltung von Betriebsregeln und Geheimhaltung.
Ab 1979 werden für die eigene elektronische Kriegführung (EKF) Kompanien auf Stufe Armee und Armeekorps aufgestellt.
Die nukleare Bedrohung zwingt zum Betrieb von mindestens zwei Kommandoposten von Armee, Luftwaffe, Armeekorps und Divisionen. Der notwendige unterbruchlose Übergang der Führung bei Standortänderungen von Kommandoposten erhöht die Komplexität der Netze und die Anforderungen an deren Betrieb erheblich.
Die Stelen beschreiben Einsatz und Truppen zur Uebermittlung von der Truppenordnung 1911 bis zur Armeeorganisation von 1995. Texte (Kapitel) bei und an den Podesten fokussieren auf die (bereits) in grosser Zahl eingesetzten Geräte.
1976 sind die Änderungen der Truppenordnung 61 (Armee 61) umgesetzt: Die Führung bis auf Stufe Regiment basiert auf Draht- und Richtstrahlnetzen und online-chiffrierten Schreibverbindungen, die Chefs verfügen über die notwendigen Sprechfunknetze (ohne Chiffrierung).
Kapiteltext
[143] Kleinrichtstrahl ergänzt die Drahtverbindungen
Mit der Entwicklung des Transportablen leichten Dezimeterwellen-Gerätes TLD ab 1942 sollen die Vorteile des Richtstrahls im Gelände genutzt werden. Störungsanfälligkeit und die zu geringe Anzahl von Mehrkanalgeräten führen nur zu einem sporadischen Einsatz.
Das Nachfolgegerät R-902 mit MK 5/4 (4 oder 8 Kanäle) wird 1970 jedoch ein voller Erfolg. Die Armeekorps, Divisionen und Brigaden verfügen über ein vom Zivilnetz unabhängiges System, das auch eigene Verbindungen für die Kommandanten und Nachrichtenoffiziere erlaubt: "Achtung! Sie sprechen über Funk!".
Ab 1985 werden deshalb unter dem Kürzel RIMUS (für Richtstrahl, Multiplexer, Sicherheit) die R-902 digitalisiert und auf das Mehrkanalgerät MK-7 (15 Kanäle) und das Chiffriergerät CZ-1 umgerüstet.
2001 erfolgt die Ablösung durch die R-905.
Kapiteltext
[144] Übermittlungszentren steuern den Schriftverkehr
Der Blattfernschreiber Stg-100 (mit dem Handstanzer Hds-100) bestimmt ab 1961 mit dem KFF das Bild der Uebermittlungszentren der Kommandoposten von der Armee bis zur Brigade. In diesen werden alle Kuriere und Mittel (ausser Telefon und Sprechfunk) zusammengefasst, um ein- und ausgehende Meldungen mit der geforderten Priorisierung und Geheimhaltung zu übermitteln. Sie stellen auch die Kommunikation zwischen Stabsteilen einer Sufe sicher.
Der KFF über SE-222 in Mehrfachnetzen, d.h. mit gleichzeitigen Verbindungen zu mehreren unterstellten Kommandoposten und der Stg-100 mit TC-61 über SE-415 überlagern oder ergänzen dabei die Draht/Richtstrahl-Verbindungen . Da Kommandoposten bevorzugte Ziele einer gegnerischen elektronischen Aufklärung sind, sind dabei die Funkbereitschaftsgrade zu beachten.
Kapiteltext
[145] Sprechfunk vom Divisionskdt zum Zugführer
Motorisierung und Mechanisierung der Kampfführung beschleunigen in den 60er Jahren die Operationen derart, dass Funkverbindungen für die taktische Führung zu einem Erfolgsfaktor werden. Das vorhandene Material genügt nicht.
Das transistorisierte VHF-Handsprechfunkgerät SE-125 der AUTOPHON löst ab 1969 das FOX ab, ist bei allen Truppengattungen beliebt (beschafft werden 28'200 Stück) und bleibt bis 2002 im Einsatz.
Die Entwicklung des SE-225 als Ersatz der übrigen Sprechfunkgeräte dauert zu lange. Es wird zwar für die Fliegerabwehr beschafft, 1963 kommen jedoch mit der Beschaffung des Schützenpanzers (M 113) die preisgünstigen amerikanischen VHF-Geräte SE-227/412, zum Zug (12'000/10'000 Stück).
Sie werden erst 1990 durch die Generation SE-235/SE-435 mit integrierter Verschlüsselung abgelöst.